Hydroxyethylstärke Lösung (HAES) nur mit Schulung

Die Koordinationsgruppe für gegenseitige Anerkennung und dezentralisierte Prozeduren (CMDh, Coordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures – Human) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat entschieden: HAES darf weiterhin verwendet werden, wenn gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, und muss nicht vom Markt genommen werden.

Wow.

Die Begründung liest sich etwas allgemein: In manchen Ländern habe HAES einen „gewissen Stellenwert“ in der Therapie, und die Warnungen bezüglich der Anwendung und Kontraindikationen von 2013 haben einen „gewissen Effekt“ gehabt.

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Carotismassage bei Tachykardie (AVRT)

Folgende Situation ist mir vor kurzer Zeit als Notarzt passiert. Nachforderung vom RTW. Der mitt-60jährige Patient war schon im Wagen und bei Eintreffen der Mannschaft schon tachykard, aber die Frequenz von 160/min blieb hoch und der Druck sank kontinuierlich ab. Bei mir dann ein Druck von 80/40mmHg.

Die häufigste Ursache für Tachykardien ist nun mal ein Vorhofflimmern, gerade auch in so einer Frequenz. Aber tatsächlich handelte es sich um eine rhythmische Schmalkomplextachykardie, die hämodynamisch relevant, ergo „instabil“ war.

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Zentralvenöse Katheter – nur mit Ultraschall!

Es gibt ja immer noch Kollegen, die auf die ZVK-Anlage mittels konventioneller Landmarkentechnik setzen. Das dürfen die natürlich tun als Facharzt, und ich bin zugegeben eine andere Generation von Anästhesist, was das angeht. Aber woran liegt das, dass Ultraschall teilweise immer noch kritisch beäugt wird?

Zunächst möchte ich grundsätzlich etwas zu ZVKs erzählen. Indikationen sind:

  • Gabe von hochmolekularen Substanzen und Medikamenten. Z.B. Ernährung oder Kalium, die bei peripherer Gabe zu einer Phlebitis und Zerstörung der Vene führen würden (die Grenze wird ab etwa 800mosmol/L gezogen)
  • Gabe von hochdosierten Katecholaminen (Noradrenalin, Dobutamin, Adrenalin), die ebenfalls die peripheren Venen reizen würden
  • (Messung des ZVD – heutzutage kaum noch verwendet, weil er kaum eine verlässliche Aussage über den Volumenzustand oder andere Vitalgrößen zulässt)
  • (Volumentherapie – aber nur als Shaldon-Katheter mit hoher Durchflussrate, ansonsten sind die normalen ZVKs teils sogar kleiner im Lumen als periphervenöse Zugänge!)
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SOP COPD

Für die Arbeit auf der Intensivstation habe ich aus diversen Quellen eine SOP zum Thema COPD erstellt. Als Grundlage dient die SOP des Uniklinikums Jena, die man ergooglen kann. Darauf, und auf anderen Quellen basierend, habe ich aber auch ein Flussdiagramm erstellt, was den „Erstangriff“ bei Aufnahme eines solchen Patienten auf die Intensivstation betrifft.

Dies möchte ich an dieser Stelle nicht vorenthalten.

Quellen:

Vielleicht auch interessant:

Neue Fuhre mit Podcasts

Die nächsten 5 Podcasts sind fertig gestellt! Aktuell bieten wir bereits 2 1/2 Stunden Informationsmaterial zu Anästhesie-relevanten Themen (für Weiterbildung, Facharztprüfung und das DESA) an.

Wie gewohnt, können die Hörproben über die Homepage unter Download bezogen, oder über die Soundcloud direkt abgespielt werden (s. Player auf der rechten Seite).

Bei Interesse freue ich mich über eine direkte Kontaktaufnahme über das Kontaktformular.

SBAR – Kommunikation im Krankenhaus

Das SBAR Konzept in der Krankenhauskommunikation

Die US-Navy hat bereits in den 1960er Jahren erkannt, dass in kritischen Bereichen eine klare Kommunikation essentiell ist. Bei denen ging es um Prozesse an Bord von U-Booten und damit verbundene Entscheidungen, die vielleicht auch zur Zündung einer Atombombe hätte führen können. Es entstand das SBAR-Konzept:

  • Situation: Was ist das Grundproblem? Wo stehen wir?
  • Background: Was ist noch wichtig bei diesem Patienten zu wissen?
  • Assessment: (Untersuchungs-)Befunde, Drainagen, Medikamente?
  • Recommendation: Wie soll es weitergehen? Was gibt es noch zu tun.
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Jet-Ventilation

Heute etwas zu einem wenig etablierten Verfahren in der allgemeinen Anästhesie-Praxis. Es handelt sich um die Jet-Ventilation, die man entweder durch die Punktion der Trachea oder transtracheal durchführen kann.

Einsatzbereiche sind der schwierige Atemweg und HNO-Eingriffe

Die wichtigste Indikation vielleicht ist der schwierige Atemweg als eine Möglichkeit, eine „Cannot Ventilate cannot Intubate“ Situation zu beherrschen, in der mit herkömmlichen Mitteln der Patient nicht beatmet werden kann – ergo in Notfallsituationen.

Mit einer möglichst großen Venenverweilkanüle wird die Trachea punktiert, bis Luft aspirabel ist, und dann per Jet-Ventilator der Patient beatmet.

Ein weiterer Einsatzbereich sind elektive Eingriffe, bei denen Operateur und Anästhesist um den Atemweg konkurrieren. Klassischerweise ist dies der Fall bei Eingriffen in der Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, und dort spezifisch bei starren Bronchoskopien um zum Beispiel Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen. Das Bronchoskop besitzt einen eigenen Beatmungskanal, über den beatmet werden kann.

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Anae-Doc Video: Blutdruckmessung

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