Aortenklappenstenose in der Anästhesie

Die Aortenklappenstenose ist ein Herzvitium, das für die Narkoseführung und auf Intensivstation sehr relevant sein kann. Durch die Stenose der Klappe kommt es zu pathophysiologischen Veränderungen, die immer wieder gerne in Prüfungen für den Facharzt oder das EDAIC abgefragt werden.

Es passt alles logisch zusammen, das macht es zu einem guten Prüfungsthema. Andere Klappenvitien können ebenfalls mit ein paar anatomisch-physiologischen Kenntnissen sehr gut hergeleitet werden, wenn sie abgefragt werden.

Kurzum kommt es bei einer verengten Aortenklappe zum „Blutstau“: Der linke Ventrikel wird Druck-belastet, weil er gegen die kleine Öffnungsfläche mit erhöhter Kraft pumpen muss.

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Atemantrieb und COPD

Einer Sache begegnet man in der Praxis immer wieder: Der Atemantrieb eines COPD-Patienten sei nur über den Blutsauerstoff gesteuert. Das bedeutet: Gebe ich ihm zu viel Sauerstoff, so soll er die Atmung einstellen.

Was aber kann ich denn dann machen, wenn ein COPDler mit Luftnot und einer schlechten Sauerstoffsättigung, also einem objektivierbaren Sauerstoffmangel!, in die Notaufnahme oder auf die Intensivstation gebracht wird?

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Qualitätsmanagement im Krankenhaus

Was ist eigentlich Qualität? Egal, wen man fragt, man wird unterschiedliche Antworten bekommen…

Laut der DIN ISO 9001:2015 ist Qualität die Erfüllung von Anforderungen von Kunden. Wer sind Kunden im Krankenhaus? Na klar – die Patienten. Aber die unterschiedlichen Termini implizieren es bereits: Kunden sind noch viel mehr Beteiligte: Ärzte, Transportdienst, Geschäftsführung und Controlling. Zum Beispiel.

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Vermeidung von perioperativer Hypothermie und Shivering

Jeder, der nach der Arbeit auf dem Sofa eine Runde ohne Decke schläft, kennt das Problem vermutlich: Man wacht ein paar Stunden später eiskalt wieder auf und muss erst mal in die Gänge kommen (und auftauen).

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EDAIC / DESA – eine sinnvolle Investition?

Das European Diploma in Anesthesia and Intensive Care (EDAIC), das zum Titel „Diplomate of the European Society of Anesthesiology“ (DESA) führt, ist eine ganz schön schwierige Nummer. Man muss viel Geld investieren und hat eine hohe Wahrscheinlichkeit durchzufallen – aber bringt es einem etwas für das weitere (berufliche) Fortkommen?

Schriftlich und mündlich, jeweils „Basic“ und „Clinical Science“

Das EDAIC ist in zwei Prüfungsteile aufgesplittet: Eine schriftliche und eine mündliche Prüfung, die jeweils einen „Basic Science“ und einen „Clinical Science“ Teil haben. Das Prüfungsgebiet erstreckt sich von den anatomischen, chemischen und physikalischen Grundlagen bis hin zu spezieller Anästhesie bei Neugeborenen, in der Kardio- und Neuroanästhesie.

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Parenterale Ernährung auf Intensivstationen

Die Ernährung von Intensivpatienten ist meiner Erfahrung nach stets ein viel diskutiertes Thema. Das Problem beginnt damit, dass man nur mit sehr aufwändigen Verfahren den tatsächlichen Kalorienbedarf des Patienten ermitteln kann. Es handelt sich hierbei um die (in)direkte Kalorimetrie oder die Stickstoffbilanz über die Gewinnung von 24-Stunden-Urin. Und dann ändert sich der Bedarf eines Patienten über den Verlauf seines Aufenthaltes gesehen auch noch ständig.

Der Grundumsatz liegt bei 25-30kcal/kg KG/Tag

Normalerweise geht man von 25-30kcal/kg KG/Tag als Grundumsatz aus. Grundumsatz bedeutet, dass dies die basalen metabolischen Voraussetzungen für eine aerobe Energiegewinnung erfüllt. Bei dieser Betrachtung liegt der Patient regungslos im Bett (körperlich inaktiv) und hat auch keinen metabolischen Stress.

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SBAR Kitteltaschenkarte

Vor ein paar Monaten habe ich angekündigt, die Kitteltaschenkarte für das Intensivstation-SBAR Konzept in meiner Version als Vorschlag zu veröffentlichen.

Das möchte ich heute hiermit nachholen:

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SBAR Kitteltaschenkarte 2.16 MB 42 downloads

Das SBAR Konzept für Intensivstationen in meiner Vorschlagsversion als PDF zum Ausdrucken,...

Ob das praktikabel ist, oder eventuell auch verbesserungswürdig, muss sich herausstellen. Für Rückmeldungen bin ich dankbar und kann selbstverständlich auch Änderungen einbauen, wenn gewünscht.

Zum ursprünglichen Artikel, warum SBAR ein gutes Kommunikationskonzept an kritischen Schnittstellen (Übergaben im Krankenhaus zum Beispiel) ist, habe ich in meinem Beitrag aus dem Januar bereits ausführlich dargestellt und lege ich jedem Interessierten ans Herz.

Tablettenreste im Stuhlgang – ohje!

Aus gegebenem Anlass eine Information, die mir im Studium nicht beigebracht wurde, und die in der Praxis für Verwirrung sorgen kann. Folgende Situation auf der Intensivstation: Die Schwester aus der Pflege berichtet, der Patient scheide Tablettenreste unverdaut mit dem Stuhlgang aus. Ach du Schreck!

Was resorbiert der Patient überhaupt von den ganzen Tabletten, die wir Tag für Tag in ihn hinein werfen? Was ist mit dem Antikoagulationsschutz? Was mit dem Magenschutz und der Frequenzkontrolle. Herrjemine…?!

Hastig werden Medikamente auf ihre intravenöse Darreichungsform gewechselt. Und über allem bleibt die Frage:

„Wie kann man eine Tablette oral aufnehmen, und sie unverdaut am Ende der Magen-Darm-Passage wieder ausscheiden?“ – aber vielmehr sollte man sich fragen: „Ist das überhaupt galenisch möglich?“

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Hydroxyethylstärke Lösung (HAES) nur mit Schulung

Die Koordinationsgruppe für gegenseitige Anerkennung und dezentralisierte Prozeduren (CMDh, Coordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures – Human) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat entschieden: HAES darf weiterhin verwendet werden, wenn gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, und muss nicht vom Markt genommen werden.

Wow.

Die Begründung liest sich etwas allgemein: In manchen Ländern habe HAES einen „gewissen Stellenwert“ in der Therapie, und die Warnungen bezüglich der Anwendung und Kontraindikationen von 2013 haben einen „gewissen Effekt“ gehabt.

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Carotismassage bei Tachykardie (AVRT)

Folgende Situation ist mir vor kurzer Zeit als Notarzt passiert. Nachforderung vom RTW. Der mitt-60jährige Patient war schon im Wagen und bei Eintreffen der Mannschaft schon tachykard, aber die Frequenz von 160/min blieb hoch und der Druck sank kontinuierlich ab. Bei mir dann ein Druck von 80/40mmHg.

Die häufigste Ursache für Tachykardien ist nun mal ein Vorhofflimmern, gerade auch in so einer Frequenz. Aber tatsächlich handelte es sich um eine rhythmische Schmalkomplextachykardie, die hämodynamisch relevant, ergo „instabil“ war.

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